Verbund Rollenspiel Mitglieder Berichte Gästebuch Sonstiges Login

Kon:Auf den Inseln - An der Küste/td>
Datum:13. bis 15. Juni 2009
Ort:Otterndorf
Internetseite:Auf den Inseln - An der Küste
Autor:Der 2nd.-System-Meister

Vorbemerkung
Diesmal sollte es gelingen, die Eindrücke des Cons und der einzelnen Runden sehr genau aufzuführen. Ich habe zu diesem Zweck bereits auf dem Con begonnen, den Bericht zu schreiben, und mir diesmal auch meine Spieler und Mitspieler (und Spielleiter) aufzuschreiben. Das sollte die Akuranz des Berichtes zumindest etwas steigern. Die Eindrücke sind - wie immer - sehr subjektiv. Auf diesem Kon wurden einige Szenarien gespielt, die tatsächlich nochmals an anderem Ort gespielt werden könnten. Wer sie noch spielen will sollte die entsprechenden Punkte übergehen.

Auf den Inseln 2009

Wie schon im Vorjahr waren wir mit verhältnismäßig vielen Personen vertreten. Neben Melanie und Mirko war dieses Jahr erstmalig auch Gröschl dabei. Dirk T. gab sich ebenfalls die Ehre. Damit kamen wir auf insgesammt 5 Personen, was immerhin ein 8tel aller überhaupt anwesenden Teilnehmer war. Unsere Aufstellung bestand also wie folgend:
Verpeilter EinsatzleiterDer 2nd.-System-Meister
Medizinischer BeauftragterGröschl
Photo-Offizier ohne AparatMelanie
SchokovernichtungsoffizierMirko
Externe UnterstützungstruppeDirk t.
Trotz Urlaub wurde die Zeit für die Vorbereitung zumindest bei mir reichlich knapp. Das einzige Szenario, welches eine längere Vorbereitung brauchte war Whitechapel 1895, und das wurde auch nicht fertig. Die meisten anderen Szenarien wollte ich eigentlich noch etwas überarbeiten, aber das viel dann auch weg.

Donnerstag Abend - Anfahrt und Cthulhu im Wilden Westen

Gröschl und ich kamen eine Stunde nach offiziellem Beginn an, das war genau richtig zum Essen und für die Einführung. Die meisten Gesichter waren bekannt, und das Primär-Zeil - Ankunft vor Dirk I. - wurde auch erreicht. Wir bezogen unseren Schlafraum und begaben uns auch gleich zu den ersten Runden. In Gröschl, Melanie und Mirkos Fall war das eine Runde Serenety nach Savage World Regeln, ich begann mit meinem Cthulhu WildWest Szenario. Als Spieler konnte ich Amel, Dirk I., Katje, Ralph, Sven und Torge begrüßen. Ich bekomme nicht mehr ganz genau zusammen, wer nun eingentlich was gespielt hat. Wir hatten einen Kopfgeldjäger einen, Schurken, mindestens einen Cowboy, ein Cowgirl, einen Arzt und einen indianischen Trapper. Die Charakter-Erschaffung ging einigermaßen schnell, und dann konnten wir auch gleich beginnen. [An dieser Stelle folgen Informationen über das Szenario Öl-Fieber] Das Szenario als solches begann recht harmlos in einem Saloon. (Wo auch sonst?) Es gab nur eine kleine Schießerei, und dann wurde die Handlung auch gleich durch die Explosion eines Bohrturms eingeleitet. Die Spielercharaktere machten sich auch gleich auf den Weg, um dieser Sache nachzugehen. Sie sahen dabei einen Wagen mit Dynamit, der offenbar zum Löschen eingesetzt werden sollte. Dank Katjes Cowgirl wissen wir auch, wie das wohl funktionieren soll - durch die Sprengung entsteht ein Loch, und da rutscht dann Sand herein, welcher das Feuer löscht. (Sie hielt diese Behauptung auch bis über das Ende des Szenarios hinaus aufrecht... Der Trapper fand das dermaßen logisch, dass er es auch glaubte.)
Schon nach kurzer Zeit war eigentlich klar, dass an der Explosion einiges nicht stimmen konnte. So ergaben einige Zeugenaussagen, dass der Täetr ein nackter Mann mit einer Zigarre gewesen sei. Und angeblich sollte der Vorarbeiter ihn auch auf den Turm gelassen haben. Der Vorarbeiter selbst war verschwunden - er wurde später tot in seinem Haus aufgefunden. Ebenfalls auffällig waren einige finstere Gestalten, die offenbar einen größenren Betrug vor hatten. Dann explodierte ein zweiter Öl-Turm, diesmal, um die Flucht der Betr&uul;ger zu decken. Und am nächsten Tag wurden die Dinge noch komplizierter, denn da hörte das &Ol auf zu sprudeln und wurde durch eine grüne, dicke Fl&uul;ssigkeit ersetzt. Ebenfalls in irgend einer Form verwickelt schienen die beiden wichtigsten Öl-Magnaten.
Wenn die Gruppe nicht damit beschäftigt war, die kryptisch-unvollständigen Aussagen ihres indianischen Trappers zu interpretieren, sich über die neusten "wissenschaftlichen" Ideen ihres Cowgirls zu wundern oder generell chaotische Schlüsse zu ziehen und entsprechende Plaäne umzusetzen war sie wirklich gut. Wir alle hatten jede Menge Spaß daran. Trotzdem zog sich die Runde ziemlich lange hin, bis endlich eine Verbindung zu den mysteriösen Sand-Leuten, einem total verrückten Brandstifter, der sich anscheinend Unsichtbar machen konnte und dem erfolgloseren der beiden Ölmagnaten gezogen wurde. Das lag allerdings nicht an der Gruppe; es könnte etwas mit der Tatsache zu tun gehabt haben, dass ich eine Winzigkeit vergessen hatte. Irgend wie war eine der absoluten Schlüsselszenen unter den Tisch gefallen... Nichts desto Trotz beendeten wir das Szenario zu aller Beteiligten Zufriedenheit und trollten uns in unsere Betten.[Ende der Informationen über Öl-Fieber].

Freitag - Paranoia XP Straight, Pendragon und Call of Cthulhu by Gaslight

Am nächsten Morgen erwachte ich viel zu früh. Das traf sich gut, denn auf diese Weise konnte ich nach einem ausgesprochen reichhaltigen Frühstück gleich die Charaktere für das Paranoia-Szenario vorbereiten. Denn das hatte ich noch nicht geschafft. Und danach war sogar noch Zeit für ein zweites Frühstück. (Zum Essen auf dieser Veranstaltung kann eigentlich nur gesagt werden - es wäre eine einzige Orgie gewesen, aber wir mußten ja ständig eine Pause für's Rollenspiel einlegen...) Ebenfalls Anwesend waren einige Nicht-Rollenspieler. Einigen Gesichtsausdrücken zur Folge haben wir nicht gerade dazu beigetragen, den Ruf der Rollenspieler als solche zu verbessern...
Etwa gegen 11 trudelten meine Spieler ein, nälich Dirk T., Gröschl, Katje, Sven und Torge. Nach einer kurzen Einleitung konnten wir auch gleich beginnen. {Hier folgen Informationen zu dem Paranoia XP Straight Szenaro Der Klon ohne Namen]Um es gleich vorweg zu nehmen - das Szenario lief ausgesprochen holperig. Das lag nicht an meinen Spielern, sondern eher daran, dass ich arge Probleme hatte, nicht in gewohnte Paranoia-Manier zu verfallen. Irgend wie lag das ganze dann zwischen dem klassischen Paranoia und dem ernsthaften - nichts halbes, und nichts ganzes. Katje als Teamleiterin führte ihre Truppe durch alle möglichen Winkel, immer wieder heimgesucht von Anrufen ihres Verbindungsoffiziers. Die Gruppe kooperrierte widerwillig, und am Ende wurde das Geheimnis um den vom COMPUTER hergestellten und als Test eingesetzten Klon auch gelüftet. Selbst die Abschlußbesprechung verlief recht friedlich - jeder bekam eine Auszeichnung, und Sven, der versucht hatte, m&oumL;glichst viel Schmutz auszugraben, erhielt ein Angebot von der Internen Sicherheit. Das ganze war nicht schlecht, aber alles in allem muß ich das nochmals üben. Mal sehen, vielleicht wird's beim nächsten mal besser... [Ende der Informationen zu Der Klon ohne Namen] Danach ging es erst mal wieder... Essen!
Da meine nächste Runde nicht zu stande kam (das war, glaube ich, Chill) schloß ich mich Dirk T.s Pendragon-Runde an. Immerhin hatten mir Hans-Jo und Gröschl von dem Systeme erzählt, und hier bot sich eine gute Gelegenheit. Mit Barbara, der inzwischen ebenfalls angekommenen Jenny und Katje hatten die Damen mir und Doc T. gegenüber eindeutig die Überhand. Das System als solches hat einige Interessante Punkte. Zum Beispiel ritterliche Tugenden, denen Untugenden gegenüber standen. Mein Charakter war ein ausgesprochen geistlich orientierter, noch verhätnismäß junger Ritter. Er war durchaus belesen, hatte auf anderen Gebieten aber deutliche Defizite. So war seine Ausstrahlung mies, und in Minnesang oder Verführung war er konsequent schlecht. [Hier folgen Informationen zu dem Pendragon Szenario The horned boar} Unser Auftrag war eigentlich recht klar - wir sollten heraus finden, warum eine bestimmte Provinz nicht genügend Steuern zahlte. Wir wurden in dieser Provinz auch ausgesprochen freudig empfangen. Unser Anführer nutzte diese Gelegenheit, gemaäß seiner Schwächen einige Geschichten seiner Heldentaten zum besten zu geben. (Seine Motivation war wohl die Gemahlin unsere Gastgebers...) Aufgrund des katastrophalen Würfelwurfes gelang es ihm, alle Anwesenden zu langweilen. Entsprechend meiner eigenen Stärken und Schwächen sah ich mich also gezwungen, ihn mit einigen geschickten retorischen Einwürfen auf eine andere Geschichte zu bringen. Mit der gelang es ihm dann, die Anwesenden zu begeistern. Faszinierend - ohne dieses Tugenden-System wäre ich normaler Weise eher bemüht gewesen, mich von ihm zu distanzieren. In Sachen Rollenspiel bringt das System durchaus einige Herausforderungen mit sich. Wie dem auch sei, wir erfuhren, dass der Grund für die ausbleibenden Steuern eine kleine Provinz im Außerhalb sei, von der einfach nichts mehr käme. Der dortige Fürst habe vor einiger Zeit seinen Sohn verloren, und außerdem müsse er sich mit den Angriffen der im angrenzenden Landstrich wohnenden Pikten außereinander setzen.
Wir erreichten das Dorf ohne weitere Probleme. Wir stellten fest, dass es tatsächlich in einem beklagenswerten Zustand war. Der Fürst berichtete uns, dass es ihm an Geld und Resourcen fehle, und seid sein Sohn verschwunden sei käme ihm das meiste so oder so ziemlich sinnlos vor. Nun ja... Bei unserer ersten esichtigungstour fanden wir einen Einsiedler, der gerade von zwei Pickten mißhandelt wurde. Gemäszlig; meiner durchgeistigten Einstellung ergriff ich also meine Waffen und eilte zu Hilfe. Nun... Glücklicher Weise eilten auch meine gefährten zu Hilfe (nämlich mir...), denn sonst wäre das ganze wohl böse ins Auge gegangen. Und später trafen wir auf einen Pickten, der gerade die Tochter des Fürsten als Eigentum seines Herren mitnehmen wollte. Der wurde dann aber von unserem Anführer ganz sauber versemmelt, und höchst verärgert zog er sich mit eingekniffenem Schwanz zurück.
Das war ja soweit alles ganz nett, doch es brachte weder Arthur seine Steuern noch half es den Leuten vor Ort. Am Abend erzählte uns der Fürst auch noch, dass er mit einem Angriff der Pickten rechne, und eigentlih gäbe es nur noch eine einzige Sache, die ihn retten könne. In seinem alten Landsitzt l├Ąge eine goldene Fanfare, oder vielmehr ein Blashorn. Das sei aus Gold und könne alle Probleme lösen. Als wahre Ritter zögerten wir natürlich nicht und begaben uns auf den Weg ins Picktengebiet. Denn da sollte der alte Landsitz liegen. Das funktionierte auch alles soweit ganz gut. Wir kamen an einem Bauerhaus der Pickten vorbei (und machten uns zum Narren) und übernachteten bei den Pickten auf der Burg. Dort bestanden die Pickten darauf, auf ihren König zu trinken. Da wir unter ihrem Dach waren trank ich auf desen Wohl mit. Meine Gefährten nicht, was ihnen schon mal böse Blicke eintrug. Danach trank unser Anführer auf das Wohl von König Arthur, und damit handelte er sich für den nächsten Tag ein Duell mit dem Anführer der Pickten ein. Um es kurz zu machen - er wurde ziemlich verbeult!
Nach diesem kurzen Intermezzo erreichten wir das andgut. en Schatz fanden wir auch - den hatte anscheinend inzwischen ein Keilergefressen, und der hatte nun goldene Hörner. Mit gemeinsamen Anstrengungen konnten wir das Biest erlegen und die Hörner zum Fürsten schaffen. Das war auch gut so, denn als wir ankamen war derbereits unter Angriff durch die Pickten. Doch kaum hatte er die Hörner, da wuchsen sie auch zu gigantischen Fanfaren heran, und damit rief er eine alte, römische und höchst untote Legion herbei, welche die Pickten zurückschlug. Und als sich dann der Einsiedler auch noch als Sohn des Fürsten heruasstellte waren wirklich alle glücklich. {Ende der Informationen zu The horned boar]
Nach diesem Exkurs in King Arthurs Zeit ging es an meine Cthulhu by Gaslight Runde. Wie bereits erwähnt war das Szenario eigentlich noch nicht fertig. Es war noch einigermaßen weit davon entfernt, als komplett ausgearbeitet zu erscheinen, doch die wichtigsten Sachen standen bereits. Das waren die Handouts, die Spielercharaktere und der Handlunsgrahmen. Mit vier Spielern war die Gruppe sehr gut besetzt. Wir hatten Dirk I. als Detective Chief Inspector, Katje als Detective Inspector und Jan (ich weiß nicht, wie weiter, aber er gehört zum Pegasus Shadowrun Support Team) und Jenny als Detective Constablers. Dirk entschied sich, tatsächlich aus der Oberschicht zu stammen. Er gab seinem Charakter einen leicht (?) snobbistischen Zug, und den hat er hervorragend seiner Rolle gerecht durchgehalten. Katje übernahm die Rolle des Mittlers, der sich hochgearbeitet hatte, und verstand es gut, den DCI und die Serganten auszupendeln. Jan war ein erfahrener Sergant, der aus der Unterschicht entwachsen war und seine Wurzeln weder verleugnete noch vergessen hatte. Jennys Sergant hingegen stammte aus der Mittelschicht, war glücklich verheiratet und hatte eine tiefe Abneigung gegen die Schurken der Unterschicht. Kurz - alle Spieler hatten eigentlich recht typische Verhaltensbilder f¨r die spät-viktorianische Zeit und hielten die auch das ganz Szenario über durch. [An dieser Stelle folgen Informationen über das Call of Cthulhu Szenario Whitechapel, 1895] Das Szenario begann mit dem ersten Mord und der Instruktion der Spielercharaktere. Sie machten sich auch unverzüglich an die Untersuchungen. Zunächst bezogen sie ihr Quartier, und dann schickte DCI Dirk seine Leute aus. Die ersten drei Tage ereignete sich nicht sonderlich viel - die Polizisten stellten ihre Untersuchungen an, führten ihre Hintergrundforschungen durch und schöpften alles aus, was es an normalen Mitteln gab. Die drei Tage waren ein gut dafür angesetzter Zeitraum, auch wenn wir etwas zu viel Spielzeit in diese Routine-Untersuchungen steckten. Ich muß das zum nächsten mal kürzen. Auf der anderen Seite half es sicherlich, sich in die Zeit einzufinden. Die Spieler kamen auch sehr schön in ihre Rollen, insbesondere Jenny ließ zu keinem Zeitpunkt Unklarheiten über die Ansichten ihres Serganten zu den diversen befragten Bürgern aufkommen. Katjes Charakter litt ganz besonders unter Bedlam, da sie schon recht bald den Auftrag bekam, dort Untersuchungen anzustellen. Dirks Charakter hingegen fand den in Bedlam arbeitenden Doktor und seine Theorien zur Besserung von Menschen durch Elektroschocks ausgesprochen interessant. Nur Ergebnisse gab es keine, und somit herrschte alles andere als Siegesstimmung, als der zweite Mord geschah. Schon am nächsten Tag wurden Flugblätter des Kultes zum Erhalt des kosmischen Gleichgewichts verteilt, und mit Feuereifer stürzten sich die Spieler darauf. Zudem erkannten sie, dass die Flugblätter auf einer Druckerpresse einer bekannten Zeitung gedruckt worden waren. Und bei einer anderen Zeitung kamen die Spieler auf den Verdacht, den Artikel habe sicherlich eine Frau geschrieben, doch war ihnen klar, dass ihre Charaktere auf so etwas undenkbares nicht kommen konnten. Trotz der Mauer aus Schweigen, die ihnen von Seiten der Bürger entgegenstand gelang es ihnen, Gartha Folewirk als Drahtziehern zu identifizieren. Da ihre Aktion zum Erstürmen der Wohnung der Fischmensch-Hybrieden nicht sonderlich subtil war gelang es der Dame, sich vorher durch einen Tunnel in die Kanalisation abzusetzen. (Besondere Beachtung verdient an dieser Stelle sicherlich Jennys Charakter, der darauf bestand, in Ölkleidung in die Kloake zu steigen... Gefunden hat er nichts, aber im Gegensatz zu den anderen, denen das zu sehr stank, hat er es wenigstens versucht!) Immerhin - einen kleinen Sieg gab es, denn ihnen viel der Brief-Verkehr Garthas mit ihrem Bruder Timothy in die Hände.
Nachdem ich meine Spieler mit diesem doch recht umfangreichen Handout erfreut hatte beschlossen wir, eine Nachtruhe einzulegen und am nächten Tag weiter zu machen. Nach einem kurzen Abstecher in den Speisesaal erreichte ich dann auch mein Bett.

Samstag - Fortsetzung des Cthulhu by Gaslight Szenarios, Tablequiz

Trotzdem ich mich mit dem Bier am Vortag zurückgehalten hatte ging es mir am nächsten morgen nicht sehr gut. Immerhin, wir trafen uns um 11 Uhr und machten dort weiter, wo wir aufgehört hatten. Das wackere Scottland-Yard-Team hatte inzwischen die Handouts nochmals durchgesehen, die Spieler hatten ihre Besorgnis über die geistige Verfassung des Verfassers kund getan und machten sich nun daran, die darin enthaltenen Spuren zu untersuchen. Außerdem nahmen sie Whitechapel nochmals unter die Lupe. Insbesondere Jans Sergant freundete sich mehr oder weniger mit Mr. Curfield an und kam so an eine ganze Reihe von Namen wichtiger Persönlichkeiten, die sich nach Einbruch der Dunkelheit in Whitechapel einfanden, um dort verschiedensten Lastern nachzugehen. Auch Morty Chambers entging ihnen nicht, und schließlich stellten sie einen Zusammenhang zwischen den Ereignissen in Afrika und einer Massenpanik in Bedlam her. In einem Anfall wirklich großartiger Ermittlungsarbeit fanden sie sogar das Buch des Astronomen Fowlers, und gegen 14 Uhr hatten sie den Plan der Geschwister Folewirk zumindest in Ansätzen durchschaut. (Nur der vollständigkeit halber - in dieser Zeit legten wir selbstverständlich eine Pause für ein vorzügliches Essen ein!) Mein Handout zu Ghroth fanden sie leider nicht mehr, aber das war auch egal. Danach ging alles recht schnell; die Gruppe fand heraus, wo sich der Kult abends traf und postierte ihre gesammte Mannschaft dort. Als die Meldung kam, es habe einen weiteren Mord gegeben fackelten sie nicht lange und stürmten das Gebäude. Hier fanden sich alle Beweise, die sie gegen den Kultführer brauchten. Und da sie inzwischen genaustens wußten, wie die Morde von statten gingen gelang es ihnen, den letzten ebenfalls zu verhindern und Gartha auszuschalten. Pükntlich um 15 Uhr beendeten wir also das Szenario. Obwohl es am Ende etwas schlagartig endete, hat es, denke ich, allen Beteiligten recht viel Freude bereitet. [Ende der Informationen über Whitechapel, 1895]

Nach diesem Szenario brauchte ich dringlichst frische Luft und machte mit Jan zusammen einen kurzen Deich-Spaziergang. Da meine nächste Runde nicht zu stande kam schlug ich mich danach ein Weile mit meinem Netbook herum und nutzte die Dusch-Möglichkeiten. Und da meine Abend-Runde auch nichts wurde sah ich danach bei Ralphs Runde - er spielte das Szenario In Scherben - zu. Ein grandioses Szenario, und Ralph brachte es auf grandiose Weise zum Einsatz. Besonders bemerkenswert der vollkommen grenzdebil-durchgeknallte, hochverschuldete Polizist (dargestelt von Mirko) und der eißkalte, aber nichts desto trotz vollkommen integere Fabrikleiter (wunderbar dargestellt von Gröschl). Ich möchte an dieser Stelle nicht zu tief ins Detail gehen, aber sowohl Spielleiter als auch Gruppe waren hervorragend. Das Finale bekam ich leider nicht mit, aber wie nicht anders zu erwarten sind sie alle gestorben!

Dann kam ein unvermeidlicher Programm-Punkt - das Table-Quiz. Dieses Jahr stand es unter dem Motto Edgar Allan Poe. Meine Gruppe (in der sich auch Mirko und Thomas befanden, den vierten habe ich vergessen, er gehörte aber wohl zu den Brettspielern) zeigte sich bemerkenswert ignorant, und so belegten wir einen der hinteren Plätze. (Keine Ahnung, welchen...) Frust kam zumindest bei uns keiner auf - immerhin ist es letzten Endes ein Spiel, und bei der Natur der von Marco gefundenen Fragen stellt sich die Frage, ob es bedenklicher ist, wenige oder viele Punkte zu bekommen... Im Anschluß daran bedankte sich Marco bei allen, die den ADI ermöglicht hatten, also allen Teilnehmern, Organisatoren und Pegasus. Danach erfuhren wir noch etwas über die Hintergründe unserer Unterkunft, und am Ende durften sich die Spielleiter von den freundlicher Weise von Pegasus zu Verf¨gung gestellten Rollenspielbüchern welche aussuchen. Da ich dieses Jahr der erste Spielleiter und der mit den meisten Punkten gewesen war (auch wenn zwei davon nicht zu Stande gekommen sind) durfte ich mir als erstes ein Buch schnappen, und so kam ich unverhofft in den Besitz des Quellenbands Terra Cthulhiania. Gröschl erwürfelte sich in zähem Kampf das aktuelle Shadorun-Regelwerk. Tja, und nach einigen weiteren lockeren Gesprächen (bei denen Chrissi uns von der Notwendigkeit unserer Anwesenheit auf dem Cthulhu-Con überzeugen wollte) ging es dann ins Bett.

Sonntag - Rückfahrt

Da gibt es ausgesprochen wenig zu sagen - am Sonntag standen wir zeitig auf, genossen noch einmal ein ausgesprochen gutes Frühstück, ich machte noch einen Deich-Spaziergang mit anschließendem zweiten Frühstück, und dann verabschiedeten wir uns. Chrissi legte uns nochmals nahe, doch den Cthulhu-Con zu besuchen, und dann machten wir uns auf den Rückweg. Gröschl, der diese Strecke anscheinend bereits kannte, konnte auch einiges an durch das Navi vorgeschlagene Wegstrecke abkürzen, und so waren wir gegen ein Uhr Mittags wieder in Sittensen.

Fazit

Was soll ich sagen - wie jedes mal waren diese alles in allem drei Tage Urlaub von der Realität einfach nur gut. Das Essen war reichhaltig, das Bier gut, und alle Runden, in denen ich war, haben mir sehr viel Spaß gemacht. Ich bin nächstes Jahr auf jeden Fall dabei. Ob ich es zum Cthulhu-Con schaffe weiß ich noch nicht, aber das wird sich zeigen. Allerdings werde ich wohl davon Abstand nehmen, die Anzahl meiner angekündigten Runden zu verdoppeln. Ich kann mir doch das gute Essen nicht entgehen lassen!